Weinfest 2021 – eine Nachlese

Nun ist das Weinfest 2021 auch schon wieder Geschichte.

Geboren aus der Idee des Jahres 2020, in bürgerschaftlichem Engagement die vergessen geglaubte alte Rollschuhbahn aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, wurde diese in den mittlerweile legendären Arbeitseinsätzen des Jahres 2020 von unserer Bürgerinitiative wieder zum Leben erweckt. Eine erste Nutzung erfolgte im letzten Jahr als kleines Festgelände beim Weinfest des Jahres 2020; allerdings war uns Petrus nicht ganz hold. Bei den Beteiligten war jedoch der Funke gelegt, dieses Feuer im Jahr 2021 weiter lodern zu lassen.

Historisch gesehen hat das Meißner Weinfest einen seiner Ursprünge in Spaar. Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts feierten die Kleinwinzer von Spaar in Anlehnung an die alte Tradition der Erntedankfeste auf dem Gelände von Umlufts Weinstuben – der heutigen „Alten Rollschuhbahn“ (Weinstuben Spaar an der Dresdner Straße 73 – 1997 abgerissen) erstmalig so genannte „Mostfeste“, die nach dem 2. Weltkrieges als Weinfeste weiter lebten wurden. Mit der Wiederbelebung des Geländes kehrt das Weinfest sozusagen an seinen Ursprung, zu seinen Wurzeln zurück.

Das Weinfest 2021 auf dem Gelände der „Alten Rollschuhbahn“ war de facto der Startpunkt zu einer Wanderroute auf der Weinmeile Spaar, auf der alle Weingüter unseres heimischen Gebirgszuges in Richtung Brockwitz erlaufen werden konnten. Dies wurde von vielen Besuchern auch so wahrgenommen. 
Auf dem Gelände der „Alten Rollschuhbahn“ war Ende der letzten Woche ein kleines Weindorf entstanden, in dem die Weingüter Martin Schwarz, Vincenz Richter, Mariaberg und Weinbaugesellschaft Meißen GmbH & Co. KG ihre Weine feilboten. Die Firma „Betreutes Trinken“ Köhler aus Döbeln ergänzte dies durch ein gutes Catering und einen Getränkestand mit alkoholfreien Getränken / Bier für die Nichtweintrinker. Darüber hinaus wurde durch die Döbelner Firma die Logistik des Festgeländes mit Stromversorgung, Bestuhlung, Beschirmung, Bühne und Beleuchtung in qualitativ hochwertiger Weise sichergestellt. All diesen Firmen sei für Ihren Einsatz und Ihre Bereitschaft, mit uns den Sprung ins kalte Wasser – Weindorf Spaar – zu wagen gedankt.

Wir konnten an allen drei Tagen ein passendes Kulturprogramm bieten: Am Freitag die junge Meißner Band „ROSI Acoustic Sounds“, am Sonnabend der Gitarrenvirtuose Julian Wolf und die Kämpen der „MGB Meißner Gartenband“ und am Sonntag der sehr stimmungsvolle Auftritt des Winzerchores Meißen mit seiner charismatischen Dirigentin. In den Zeiten außerhalb dieser Auftritte lief eine dezente Hintergrundmusik, welche dankenswerterweise von unserem Mitglied Wilfried Röper gemixt worden war.Wir selbst als Bürgerinitiative haben einen Weinstand im grünen Pavillon neben der Bühne betrieben, in dem wir ergänzend zu den Weißweinen der Spaarer Winzer hochwertige bulgarische Rose-/Rotweine des Dresdner Importeurs Latchezar Bossev (der schon seit 15 Jahren auf den Weinfesten in Radebeul und Weinböhla vertreten ist) angeboten haben. Es hat den dort Beteiligten richtig Spaß gemacht, Weine zu verkaufen und mit entspannten Besuchern ins Gespräch zu kommen. Wo trifft man sonst einen Radweltreisenden, der den ganzen Abend an unserem Stand mit seinen spannenden Reisegeschichten verbrachte, genervte und endlich in Spaar Entspannung findende direkt neben dem Rummel in Meißen campende Wohnmobilisten oder Anwohner aus Spaar, die das Ganze weiter unterstützten möchten?

Wir hatten im Schnitt durchgängig um die 150 Besucher in einer sehr entspannten Atmosphäre im Weindorf Spaar, abends waren es bei den Konzerten mehr gewesen. Das Ganze war aber ein Kontrastprogramm zum Weinfest in der Meißener Altstadt. Das war aber von uns von vornherein so gewollt: Wir wollten GENUSS, in Form von Wein, Kunst und guten Gesprächen. Dies ist uns vielleicht ein bisschen gelungen. Wir wollen das Ganze jetzt vielleicht auch „Weinkulturplatz Spaar“ nennen …

Der Wirtschaftsförderer der Stadt Meißen, Martin Schuster äußerte uns als auch den Medien gegenüber: „Das Weindorf ist keine Konkurrenz, sondern eine schöne Ergänzung des Meißner Weinfestes.“

An dieser Stelle möchten wir einfach DANKE an unsere Mitglieder Jamma Schwarze, Cathrin Graubner,  Gabriele Damme, Nina Krüger-Mehlhorn, Kay Mehlhorn, Heiko Schulze, Ulrike Jainta-Schulze und Marco Schwarzbach sagen, ohne deren unkomplizierte und zeitlich unlimitierte Hilfe beim Weinausschank, Auf- und Abbau, Grasmähen usw. das Ganze schwieriger gewesen wäre.

Was bleibt? 

Ein Lächeln beim Gedanken an die schönen Stunden in Spaar und die Begegnungen mit tollen Menschen. Der Gedanke, das Gelände in Spaar im bürgerschaftlichem Engagement weiter zu entwickeln und dranzubleiben.

Wir wüschen Euch allen noch einen sonnigen Herbst!
Die Organisatoren Anja Fritz, Jürgen Hampf und Gerd Wegner.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.