Anfrage an den Oberbürgermeister und den Stadtrat – Kauf von Grundstücken

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Raschke,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

in diesen Tagen steht zum wiederholten Mal der Kauf zweier Grundstücke in der Höroldstraße durch die Stadt Meißen auf der Tagesordnung. Diese Maßnahme wie auch der Erwerb durch Tausch der Alten Molkerei in der Karl-Niesner-Straße werden inzwischen als Beitrag zur Aufwertung des Triebischtals begründet.

Eine Aufwertung zahlreicher Bereiche des Triebischtals in sozialer, wirtschaftlicher, touristischer und kultureller Hinsicht ist unbedingt wünschenswert, und wenn man auf die Potentiale schaut, auch erfolgversprechend. Allerdings bedarf es dazu systematischer Planungen, gemeinsamer Ziele und konkreter Maßnahmen in vielen Feldern. Einzelne Maßnahmen sind öffentlich bekannt, ein Gesamtkonzept nebst Zeit- und Maßnahmenplan ist hingegen nicht zu erkennen.

Von zahlreichen Einwohnern des Triebischtals darauf angesprochen, will die Initiative „Bürger für Meißen – Meißen kann mehr“ eine Entwicklung zum Besseren unterstützen. Daher ersuchen wir Sie um die Beantwortung folgender Fragen:

(1) Gibt es ein öffentlich zugängiges Konzept zur Entwicklung des Triebischtals in den nächsten Jahren?
(2) Die Ergebnisse des Lenné-Preises fanden ja in den letzten Wochen große Anerkennung, nicht zuletzt auch als Ideenfundus für das Triebischtal. Wie soll hiermit weiter verfahren werden?
(3) Wie ist der weitere Umgang mit dem Kohleplatz nach dem Kauf seitens der Stadt geplant? Gibt es hier bereits einen Zeit- und Maßnahmenplan? Der aktuelle Flächennutzungsplan der Stadt Meißen – abrufbar im Internet – sieht die Fläche als Gewerbefläche vor, was einer Aufwertung für den Stadtteil und einer Entlastung der Innenstadt bzw. der Talstraße von zusätzlichem Verkehr genau so diametral entgegenstehen würde wie die Einrichtung eines Logistikzentrums auf den derzeitigen Flächen des Aldi.
Die Initiative „Bürger für Meißen – Meißen kann mehr“ ist der festen Überzeugung, daß wir gemeinsam mit Stadträten, Verwaltung und den Bewohnern im Quartier eine bessere Entwicklung auf den Weg bringen können. Ein erster Schritt könnten breiter angelegte Gespräche mit den Bürgern sein, gegliedert nach einzelnen Themen, wie den bereits genannten oder auch

– Anbindung aus der Altstadt in allen Facetten
– Spielplätze, Aufwertung Freiflächen
– Umgang mit Industriebrachen
– Entwicklungsflächen (Eigenheime, Unternehmensansiedlungen)
– touristische Infrastruktur
– soziale Entwicklung.

Wenn diese Zusammenhänge hergestellt sind, Ziele und Maßnahmen vereinbart sind, dann können aus Grundstückskäufen geplant erfolgreiche Aufwertungsmaßnahmen werden. Die Initiative bietet hierfür Ihre Unterstützung an.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Walter Hannot
Gründungsmitglied
Initiative „Bürger für Meißen – Meißen kann mehr“

Ansicht Meißen von Daniel Bahrmann

Leserbrief Ute Czeschka – Mitinitiatorin der Bürgerinitiative

Sehr geehrter Herr Anderson, sehr geehrter Herr Tücks,

gern möchte ich einige Anmerkungen zu Ihren Kommentaren der letzten Tage in der SZ bezüglich der Gründung unserer Initiative „Bürger für Meißen-Meißen kann mehr“ vornehmen.

Wir möchten weniger an einer Vision, vielmehr an einem tragfähigen Konzept für Meißen arbeiten, welches aufbauend auf den traditionsreichen Stärken unserer Stadt wie Porzellan, Wein, Kultur, Architektur & Natur aufzeigt, wie wir Meißen erfolgreich in die Zukunft führen können. Wir müssen im Gegensatz zu vielen anderen Nachbarstädten keine neuen Themen suchen, sondern unsere ureigenen nur zeitgemäß interpretieren und vor allem konsequent und nachhaltig über alle Bereiche wie Lebens- und Aufenthaltsqualität, Tourismus, Wirtschaft, Bau, Bildung u.v.m. anwenden.

Was die fehlenden kommunalpolitischen Erfahrungen angeht, die Herr Tücks bei uns vermisst, so kann ich nur sagen, dass wir in unseren Reihen verschiedenste Mistreiter haben, die sich mit ihren vielseitigen Erfahrungen, teils aus anderen Städten, in unsere Initiative aktiv einbringen werden. Darüber hinaus bauen wir auf eine gute Zusammenarbeit mit einer Reihe kompetenter Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Was wir aber an zusätzlicher Kompetenz mitbringen, ist das nötige Gespür für die Seele unserer Stadt. Und wir werden nicht zulassen, dass man diese weiterhin beschädigt. Wie beispielsweise mit dem unsinnigen Bau der Neumarktarkaden, dem Austritt unserer Oberbürgermeisters aus dem Aufsichtsrat der Manufaktur, dem Verkauf von Baudenkmälern wie dem Prälatenhaus oder mit dem geplanten Bau einer Umgehungsstraße mitten durch Landschaftsschutzgebiete im Umkreis von Schloss Siebeneichen, dessen Park übrigens einmal einer der frühesten englischen Landschaftsparks Sachsens war und heute noch Heimat einer Reihe bedrohter und damit schützenswerter Tierarten ist.

Nur so können wir sicher gehen, dass auch unsere Kinder, Enkelkinder… noch den Charme und Reiz Meißens vorfinden, wie viele Generationen vor uns.

Ute Czeschka
Mitinitiatorin der Bürgerinitiative